Stipendiatin Marianne Rusk

¡Bienvenidos a Valencia!

Mein Auslandsabenteuer begann am 24.01.2020, als ich mit drei weiteren Freundinnen im Flugzeug von München Richtung Valencia abhob. Das Auslandssemester in Valencia zu verbringen erschloss sich zum einen aus der Motivation mein Schulspanisch zu verbessern und die Fähigkeit zu besitzen, mich in einer weiteren Fremdsprache unterhalten zu können. Zum anderen hatte ich bis dahin nur von sehr positiven Erfahrungen gehört und schon bald wusste ich, was damit gemeint war.

Unsere Wohnung liegt direkt im Herzen der Altstadt von Valencia am „Plaza de la Virgen“, von dem wir fußläufig alles erreichen können. Nicht nur die Geschäfte für den alltäglichen Bedarf, sondern auch die schönen Gassen, unzählige nette Restaurants und Cafés und viele Museen und Sehenswürdigkeiten liegen direkt vor der Tür.

Sollte etwas doch mal ein Stück weiter entfernt sein, gibt es in Valencia ein praktisches System, namens „Valenbisi“. Bei diesem System kann man sich 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr eins der 2750 Fahrräder leihen, die an 275 Stationen verteilt in der Stadt stehen. Hierzu braucht man lediglich eine persönliche Valenbisi-Karte, die über die Internetseite erworben werden kann. An den Stationen kann mit der Karte bzw. dem PIN durch Folgen der Instruktionen auf dem Bildschirm das gewünschte Fahrrad ausgewählt werden und anschließend kann das Fahrrad 30 Minuten ohne Zusatzgebühren benutzt werden, bevor man es an einer beliebigen Station wieder zurückbringt.

Eins meiner persönlichen Favoriten Valencias, ist der Jardin el Túria, ein Park der direkt an die Altstadt angrenzt und sich über 9 km erstreckt. Es handelt sich hierbei, um ein trockengelegenes Flussbett, das heute der längste Park Europas ist und sich wie ein grünes Band durch die Stadt zieht. Der Park bietet Sportlern, wie Joggern und Fahrradfahrern durch komplette Autofreiheit und durch extra dafür gekennzeichnete Wege die ideale Umgebung sich sportlich zu betätigen. Wenn einem nicht nach Sport zumute ist, kann man sich aber auch ganz gemütlich unter die Palmen setzen und einfach entspannen, oder auch bei einem Spaziergang die schönen Gebäude und Museen, wie den Palau de Les Arts betrachten. Von dem Ende des Parks sind es nur noch wenige Minuten mit dem Fahrrad oder dem Taxi Richtung Strand.

Eine Spezialität Valencias ist das „Agua de Valencia“. Dabei handelt es sich um ein alkoholisches Mischgetränk, das aus frischem Orangensaft, Sekt, Wodka und Gin besteht. Es schmeckt super lecker und lässt sich abends ideal zu einem Tapas Abendessen genießen. Nur muss man etwas aufpassen, da es so gut schmeckt und man dabei fast vergessen könnte, wie viel Alkohol sich darin versteckt.

Natürlich haben wir in dieser Zeit aber auch etwas getan und studiert. Meine Universität, die Universidad Europea de Valencia war glücklicherweise auch zu Fuß zu erreichen und ist recht zentral gelegen. Insgesamt wählte ich vier verschiedene Kurse, Marketing Internacional, Producción y Operaciones, Gestión de la Innovación und Comportamiento del Consumidor, teilweise auf Spanisch, teilweise auf Englisch. Das Studium in Valencia habe ich anfangs etwas unterschätzt, da es doch ein großer Unterschied ist, in einer Fremdsprache zu studieren. Aus diesem Grund habe ich noch ein zusätzlichen Spanischkurs belegt, um schnellere Fortschritte in Spanisch zu machen und dies sowohl privat als auch für die schulischen Leistungen besser nutzen zu können. Zum Glück hatten wir sehr nette Dozenten, die auf die internationalen Studenten Rücksicht genommen haben. Man merkt aber doch recht schnelle Fortschritte und hört sich in das Spanische rein und es wird von Tag zu Tag leichter dem Unterricht zu folgen, die Sprache zu verstehen und sich zu
unterhalten.

Leider wurde das Auslandssemester dann aufgrund von Corona unterbrochen und wir sind Mitte März recht überstürzt abgereist, da von der Regierung ein Hausarrest verordnet wurde. In dem Moment hätten wir nicht damit gerechnet, dass das Ganze drei Monate dauern wird bevor wir zurück nach Valencia reisen durften. Die Vorlesungen der Universität fanden fortan online statt und auch die Klausuren und Präsentationen liefen über das Internet. Dies war für uns alle eine neue und etwas merkwürdige Erfahrung, aber so konnten wir das Semester trotz Pandemie und Entfernung, erfolgreich abschließen.

Valencia ist die perfekte Stadt für Studenten, denn es bietet alles was man braucht. Super nette Menschen, eine wunderschöne Altstadt, ein modernes Viertel mit guten Shoppingmöglichkeiten, unzählige Restaurants, Cafés und Bars und viel gutes Essen. Die Nähe zum Strand ist vor allem im Sommer auch ein großes Plus. Für mich war es daher der perfekte Ort mein Auslandssemester zu verbringen und auch trotz der Unterbrechung aufgrund von Corona bin ich sehr dankbar für die wunderschöne Zeit, die ich dort verbringen durfte.

¡Hasta pronto Valencia!

Marianne Rust
ISM München