
Die Normandie im französischen Nordwesten ist reich an Schönheit und Vorgeschichte. Eine Fülle an Sehenswürdigkeiten und sportlichen Betätigungen bietet sich an.
Die weiten, breiten Sandstrände, auf denen einst die alliierten Truppen landeten, sind heute ein Spielfeld für Kinder, die sich Sandschlösser bauen. Doch die Erinnerungen sind noch gegenwärtig und erweitern den Eindruck um eine besondere Dimension.
Der Mont-Saint-Michel, der als 8. Weltwunder und eine der größten Attraktionen Frankreichs gilt, steht am Westende der Normandie. Draußen im Meer, das sich bei Ebbe zurückzieht, erhebt sich diese eindrucksvolle, vom Kloster gekrönte Felsinsel aus dem Sand.
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Die Landschaft der Normandie
Die Normandie ist eine grüne, fruchtbare ländliche Region, deren Küsten und Strände vom stärksten Gezeitenhub Europas geprägt sind. Zur Frühjahrs- und Herbst-Tagundnachtgleiche liegen zwischen Ebbe und Flut bis zu 15 Meter Höhenunterschied.
An der „Côte Fleurie” (Blumenküste) sind modische Badeorte mit langen, breiten Sandstränden wie z.B. Trouville und Deauville aufgereiht, wo sich jeden Sommer eine wunderbare Blütenpracht entfaltet. Im Inland hinter der Blumenküste liegt das „Pays d’Auge” als klassische normannische Landschaft, ein üppiger Teppich von Feldern, baumbestandenen Tälern, Apfelplantagen, Molkereien und Palais. Zwei Touristenrouten gewähren einen guten Einblick in die Herstellung von Cidre und Käse.
Größere Städte in der Normandie: Rouen und Caen
Rouen ist die Hauptstadt der Region Haute-Normandie und mit vielen idyllischen, uralten Häusern im Stadtkern die reichhaltigste Kulturstadt Nordwestfrankreichs. Hier wurde Jeanne d’Arc, die Befreierin Frankreichs, auf Betreiben der Engländer zur Hexe erklärt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist die aus Claude Monets Gemälden bekannte Kathedrale von Rouen.
Caen ist die Hauptstadt der Region Basse-Normandie. Hier befinden sich vorzügliche Kulturdenkmäler aus der Zeit der Monarchie, z.B. die beiden großen Klöster Abbaye aux Hommes und Abbaye aux Dames.
Touristenattraktionen der Normandie
Aufgrund des Reichtums an historischen Sehenswürdigkeiten bieten sich in der Normandie zahlreiche Ausflugsziele an.
Zu den eindrucksvollsten Zielen zählt sicherlich der Mont-Saint-Michel. Ob er nun gerade vom Nebel eingehüllt ist, vom Meer umschlungen ist oder stolz über den glitzernden Sand emporragt – die Silhouette von Mont-Saint-Michel zählt zu den ergreifendsten Bildern Frankreichs. Die Felsinsel und das auf ihr erbaute Kloster stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Die Erinnerung an die alliierte Invasion im Jahre 1944 ist mit der Normandie unauslöschlich verknüpft. An den Strandabschnitten Sword, Juno, Gold, Omaha und Utah Beach stehen noch heute die Betonbunker, der einstige „Atlantikwall” der deutschen Besatzer. Auch die vielen Gedenkmuseen erinnern an jene dramatische Zeit: das Mémorial Pégasus, das Musée du Débarquement und das Invasionsmuseum in Arromanches, dem Ort, an dem der künstliche britische Hafen Mulberry angelegt wurde. Die amerikanischen, englischen und deutschen Friedhöfe mit insgesamt 110.000 Soldatengräbern sind ein sehr bewegender Anblick.
In Bayeux können Sie den berühmten Teppich von Bayeux besichtigen, der auf einer Länge von 70 Metern über den Feldzug Wilhelms des Eroberers in England und seinen Sieg bei Hastings im Jahre 1066 berichtet.
In dem kleinen Ort Giverny steht das Haus des Malers Claude Monet. Das Haus und der schöne Garten sind dem Publikum zugänglich und bescheren ein Déja-vu-Erlebnis, denn besonders der Garten ist als Motiv der meistgeschätzten Werke des Malers bekannt und erkennbar.
Sport in der Normandie
Die Normandie ist ideal für einen Urlaub, bei dem Radfahren oder Wandern auf dem Programm steht, denn die Hügel sind sanft, die Küste flach und der Sommer angenehm lau. Die Küste lädt zum Segelsport und zum Surfen ein. Am Strand bei Mont-Saint-Michel ist ein Ausritt zu Pferde mit Blick auf die raue, romantische, vom Kloster gekrönte Felsinsel ein unvergessliches Erlebnis.
Die Region verfügt über 36 Golfplätze, 12 davon mit schöner Aussicht aufs Meer.
Mit 600 km Küstenlinie, die Flüsse, Kanäle und Seen nicht einmal mitgerechnet, ist die Normandie auch ein Paradies für Sportangler. Weitere Informationen siehe www.normandie-tourisme.fr.
Falls Sie sich gern verwöhnen lassen, sollten Sie mal eines der vielen Wellness-Center besuchen, die in der Normandie sehr beliebt sind.
Kulinarische Spezialitäten der Normandie
Die Normandie ist für ihren Apfelwein (Cidre), Calvados (Apfelbranntwein) und Bauernkäse berühmt. Jede Gegend hat ihre eigene Käsespezialität, jedoch am bekanntesten sind wohl die Weißschimmelkäse Camembert und Neufchâtel, die mit einem zünftigen Stück Bauernbrot und Apfelwein genossen werden.
Eine andere Spezialität dieser Gegend ist vorgesalzenes Lamm. Die Tiere grasen bei Ebbe tatsächlich auf dem salzigen Meeresboden, was zur Folge hat, dass ihr Fleisch zart und gut marmoriert ist.
Wer Schalentiere liebt, sollte die frischen Austern und Muscheln kosten, die nahe der Küste im Wattenmeer gezüchtet werden.
Das Klima der Normandie
Die Normandie hat ein gemäßigtes Seeklima mit milden Wintern und relativ kühlen Sommern. Die mittlere Jahrestemperatur liegt etwas höher als beispielsweise in Schleswig-Holstein. Das Wetter kann sehr wechselhaft sein – strahlender Sonnenschein kann plötzlich schweren Regenwolken weichen, die einen erfrischenden Schauer bringen.
Einige der Fotos sind freundlicherweise vom Maison de la France asugeliehen. Fotografen: Hervé Le Gac, Catherine BIBOLET, Jean-François Lefebvre und Daniel Gallon-Dangal.